Archiv - aus Kunst und Kultur

 

  aus Ortsgespräche 61 - April  2011


Atelierhaus Art Factory Köln

Kunst aufs Brot

So lautet der Arbeitstitel, den 15 Künstlerinnen und Künstler aus der Ateliergemeinschaft Art Factory Köln für ihr Projekt Brotbuch wählten.

Ihre Atelierräume befinden sich in der ehemaligen Brotfabrik Schnass am Dünnwalder Mauspfad 341. Achtzig Jahre lang wurde in den Hallen Brot gebacken. Heute gärt dort nicht mehr der Brotteig, sondern die Kreativität von 28 Bildhauern, Malern, Objekt- und Lichtkünstlern, Grafikern und Fotografen, die mit Unterstützung des Kulturamtes der Stadt Köln seit 2001 dort arbeiten.

Die Zeichnerin Petra Paffenholz lebt ihre Kreativität seit drei Jahren in der Art Factory aus. Sie hatte die Idee für das Buch. „Die Idee kam spontan und schien mir auch gut für eine gemeinschaftliche Arbeit zu sein“, sagte sie. Man setzte sich zusammen. Natürlich gab es anfangs auch Konfrontation, so Paffenholz, ehe sich die Idee herauskristallisierte und Konturen annahm. Kernpunkt war ja, dass jeder der Beteiligten einen Beitrag zum Thema leisten sollte.

Ingrid Golz, Grafikerin, und Christa Manz-Mewald, Malerin und Installationskünstlerin, engagierten sich mit der Ideengeberin und gemeinsam hauchten sie dem Brotprojekt Leben ein. Paffenholz: „Irgendwann merkte ich, wie sich das Projekt verselbstständigte und im Laufe der Zusammenarbeit blühte die Idee förmlich auf.“ Jetzt nach drei Jahren steht das Buch kurz vor der Veröffentlichung.

Künstler erweitern die sinnliche Wahrnehmung, sie schaffen neue Bezüge und eröffnen neue Seh- und Denkmuster. So wurde das Brotbuch gestaltet, in dem Brot in vielfältiger Form mal realistisch, mal spielerisch frei, mal in der Erinnerung, mal symbolisch thematisiert wird. Es entstanden so sonderbare Dinge wie Mutterbrot und fastfood-Gedicht, Verführungsbrot oder der Selbstbestäubungsbrothund, der sich mit dem Schwanz selbst die Marmelade aufträufelt.

Das Brotbuch ist farbig und umfasst 40 Seiten. Alle künstlerischen Arbeiten wurden speziell für dieses Buch hergestellt. Es enthält Fotos der Ateliers und der beteiligten Künstlerinnen und Künstler sowie einen informativen Teil über die Geschichte des Hauses, an dem Frau Niedenhoff, die Mutter des heutigen Besitzers, einen wesentlichen Anteil hatte.

Auf einer eigenen Veranstaltung im Mai 2011 soll das Brotbuch mit verschiedenen Ausstellungen, Musik und Gastkünstlern der Öffentlichkeit vorgestellt und zum Verkauf angeboten werden. Sponsoren haben noch die Möglichkeit einzusteigen.
Kontakt: i.golz@t-online.de

Bild: Michaela Müller

  aus Ortsgespräche 60 - November 2010


Weihnachtskuss unter dem Mistelzweig

Wer einen traditionsbewussten Briten fragt, wie junge Menschen den Partner fürs Leben finden, wird gerade zur Weihnachtszeit eine verblüffende Antwort bekommen. Da ist nicht etwa vom Tanztee oder der Internet-Partnervermittlung die Rede, sondern davon, unter einem aufgehängten Mistelzweig den oder die Angebetete zu küssen. Schenkt man dem alten Brauch Glauben, steht einer langen, glücklichen Ehe dann nichts mehr im Wege. Auch als Symbol für Kinderreichtum und Frieden wird der Kuss unter dem mitten im Winter leuchtend grünen Zweig angesehen.
Die Faszination der geheimnisvollen Pflanze und ihre große Bedeutung in der Mythologie reichen Jahrtausende zurück und lassen sich vor allem durch ihre bemerkenswerte Heilkraft erklären. Die älteste mythologische Charakterisierung stammt aus der „Aeneis“, einem römischen Heldenepos. Dort schützt die Mistel als „goldener Zweig“ den nach Erkenntnis strebenden Aeneas auf seinem gefahrvollen Weg durch die Unterwelt. In keltischen Volksbräuchen galt die Mistel als heilig. Sie zu ernten war nur den Druiden im Rahmen spezieller ritueller Feste und nur unter Verwendung einer goldenen Sichel erlaubt.

  aus Ortsgespräche 58 - November 2009

 
Der weiße Mönch erstrahlt wieder

Wer aufmerksam durch die Landschaft wandert, findet sie in großer Zahl am Wegesrand oder auf dem Feld: Bildstöcke und Wegkreuze. Religiös motiviert waren es meist steinerne Danksagungen, andere sollten böse Ohmen bannen. Eines dieser Kleinode ist der Bildstock „Weißer Mönch“. Er steht auf dem Emberg, ein paar Meter abseits an der Prämonstratenserstraße in Richtung S-Bahn. „Der erste Weiße Mönch war der Legende nach Norbert von Xanten und so beschlossen der damalige Pastor August Brand und der Heimatdichter Franz Peter Kürten im Jahr 1952 von der Tradition abzuweichen und ein Relief des ersten Ordensmannes in die Nische des Bildstockes einzubringen. Heinrich Schnass spendete das vom Dellbrücker Holzbildhauer Junglas geschnitzte Relief“, erzählt Karin Niedenhoff. Ursprünglich stand an dieser Stelle ein Marienkapellchen, das der Hl. Norbert, zweiter Dünnwalder Dorfpatron und Gründer des Prämonstratenserordens, im 12. Jh. gestiftet hatte.

Da das alte Kleinod durch Wind und Wetter immer stärker vom Zerfall bedroht war, beschlossen die beiden Steinmetzmeister Jan und Martin Schwieren, Steinmetzbetrieb SchwierenStein, den Weißen Mönch vor dem Verfall zu retten. Dank der tatkräftigen Unterstützung des Stadtkonservators wurde ihnen die Patenschaft für den Bildstock übertragen. Allerdings hatte die eingelagerte Feuchtigkeit dem Weißen Mönch schon so kräftig zugesetzt, dass nur noch eine Komplettsanierung helfen konnte. Und dafür war weitere kompetente Hilfe erforderlich. Auch sie wurde unentgeltlich von zwei Dünnwalder IG-Mitgliedern geleistet: Von Dachdeckermeister Gerhard Leipertz und Malermeister Thorsten Rullkötter. Für die fachgerechte Restaurierung des Holzreliefs sorgte Familie Niedenhoff.

Die Sanierung vollzog sich in mehreren Etappen. Erst einmal wurde der schädliche Latexanstrich sorgfältig entfernt und die Verfugung der Steine vorsichtig herausgekratzt. Rund 20 der alten Römertuffziegel mussten entfernt und durch neue ersetzt werden, um den Kanteneindruck des Bildstocks wiederherzustellen. Anschließend wurde die Verfugung der Steine mit einer Trass-Kalkmischung vorgenommen. Damit zukünftig keine Feuchtigkeit mehr von oben in den Stein eindringen kann, entstand im Dachdeckerbetrieb von Gerhard Leipertz eine auf Maß gefertigte Bleibedachung, die den Kurvenverlauf des Bildstocks im oberen Teil aufnimmt und optisch unterstützt. „Der weiße Farbanstrich wurde mit einer speziellen Mineralfarbe ausgeführt“, so Malermeister Thorsten Rullkötter, „sie schützt den Stein, greift ihn aber nicht an und ist im Restaurierungsbereich ein absolutes Muss.“ Dank des bürgerschaftlichen Engagements erstrahlt der Weiße Mönch jetzt wieder in altem Glanz und soll in absehbarer Zeit offiziell eingeweiht werden.

Bildzeile

Die Sponsoren: Malermeister Thorsten Rullkötter, Dachdeckermeister Gerhard Leipertz, Sybille Schwieren und das Ehepaar Karin und Friedrich Niedenhoff (v.l.n.r.). Foto: ©
Roy


 

 

  aus Ortsgespräche 57 - April  2009

Sigibert von Ripuaria zu Gast bei SchwierenStein

Natürlich nicht im Original, sondern in Form einer in Tuffstein geschlagenen Skulptur, die früher mit 123 „Kollegen“ den Kölner Rathausturm zierte. Das Engagement der Kölner Bürgerschaft und des Handwerks ermöglichten es, den Rathausturm von 1988 bis 1995 wieder mit Figuren zu schmücken. 2005 mussten die steinernen Zeugen den Rathausturm verlassen, da sie durch eine Imprägnierung mit Acrylharz Risse bekommen hatten und zu einem Sicherheitsrisiko wurden. Seit Dezember letzten Jahres schmücken die neu angefertigten Kollegen von Oberbürgermeister Fritz Schramma wieder den Rathausturm.

Heute aus französischem Savonnière Kalkstein gehauen. Aus Gründen der Perspektive besitzen die Figuren unterschiedliche Höhen. Die in der unteren Reihe stehenden Skulpturen sind etwa 1,20 Meter hoch und die ganz oben am Turm befindlichen rund 1,20 Meter. So erscheinen sie dem vor dem Turm stehenden Betrachter annähernd gleich groß. Die Steinfigur des Königs Sigibert von Ripuaria, auch Sigibert von Köln genannt, stiftete die Kölner Steinmetz- und Steinbildhauer-Innung der Stadt. Ripuarier nannte sich ein Teil der großen fränkischen Stammesgruppe, die ab ca. 450 n. Chr. den Römern die Herrschaft über Germanien und Gallien entriss. Im Zuge der Landnahme besiedelten die Ripuarier auch das Rheinland. Sigibert beherrschte um 500 n. Chr. als einer von mehreren Kleinfürsten von Köln aus das Rheinland. Jetzt kann man die alte, von Steinmetzmeister Ernst Wyrobek geschlagene Skulptur bei SchwierenStein, Prämonstratenserstr. 53, live bewundern. Bald wird sie sicher an anderer Stelle in Köln wieder einen Ehrenplatz erhalten



 

Kraniche und Kunstvolles aus Papier

Die Kunst des Papierfaltens vermitteln zwei Japanerinnen erstmals in einem Origami-Kurs des SeniorenNetzwerkes Dünnwald. Die beiden Frauen, in Japan geboren und aufgewachsen, beherrschen die Origami-Kunst seit ihrer Kindheit und möchten im Kurs auch Aspekte japanischer Kultur weitergeben. Der Kurs startet findet am 20. April, 4. und 18. Mai, sowie 8. und 22. Juni. Die Kosten betragen pro Termin zwei Euro für das Material.

Es werden Dekorationen, kleine Geschenke, Verpackungen für Geldgeschenke und oder Papierspielzeuge hergestellt. Spielerisch werden Feinmotorik und Gehirnleistungen geschult.

Das Büro des Seniorennetzwerkes ist umgezogen und jetzt im Cafe Mittendrin zu Hause. Claudia Lautner ist in der Regel Di. und Fr. von 8.00 bis 12.00 persönlich erreichbar und mittwochs von 8.00 bis 10.00 Uhr.

Kontakt: SeniorenNetzwerk Dünnwald im „Café Mittendrin“, Berliner Straße 944, Telefon 0221-22 21 97 11, Mail: snw-duennwald@diakonie-koeln.de

 

  aus Ortsgespräche 49 - April  2006

Tango Nachmittag

Im Rahmen des Kölner Musik Salons spielte das Trio „Tango Café" in der Werkstatt von SchwierenStein. Statt der Hammerschläge, die den rohen Stein formen, erklangen die melancholischen Melodien des argentinischen Tangos, der auf viele Menschen eine tiefe und unerklärliche Faszination ausübt. Besonderen Anteil hat daran sicher auch das „Bandoneon", ein Musikinstrument, das dem bekannten Akkordeon ähnelt. Sybille Schwieren, die dieses Trio in ihre Werkstatt holte und dafür 1.500 Euro zur Unterstützung junger Künstler spendete, freute sich: „Musikliebhaber, Kunden und Freunde hatten einen besonderen Nachmittag und gingen begeistert mit."