Archiv - aus Kunst und Kultur

 

  aus Ortsgespräche 58 - November 2009

 
Der weiße Mönch erstrahlt wieder

Wer aufmerksam durch die Landschaft wandert, findet sie in großer Zahl am Wegesrand oder auf dem Feld: Bildstöcke und Wegkreuze. Religiös motiviert waren es meist steinerne Danksagungen, andere sollten böse Ohmen bannen. Eines dieser Kleinode ist der Bildstock „Weißer Mönch“. Er steht auf dem Emberg, ein paar Meter abseits an der Prämonstratenserstraße in Richtung S-Bahn. „Der erste Weiße Mönch war der Legende nach Norbert von Xanten und so beschlossen der damalige Pastor August Brand und der Heimatdichter Franz Peter Kürten im Jahr 1952 von der Tradition abzuweichen und ein Relief des ersten Ordensmannes in die Nische des Bildstockes einzubringen. Heinrich Schnass spendete das vom Dellbrücker Holzbildhauer Junglas geschnitzte Relief“, erzählt Karin Niedenhoff. Ursprünglich stand an dieser Stelle ein Marienkapellchen, das der Hl. Norbert, zweiter Dünnwalder Dorfpatron und Gründer des Prämonstratenserordens, im 12. Jh. gestiftet hatte.

Da das alte Kleinod durch Wind und Wetter immer stärker vom Zerfall bedroht war, beschlossen die beiden Steinmetzmeister Jan und Martin Schwieren, Steinmetzbetrieb SchwierenStein, den Weißen Mönch vor dem Verfall zu retten. Dank der tatkräftigen Unterstützung des Stadtkonservators wurde ihnen die Patenschaft für den Bildstock übertragen. Allerdings hatte die eingelagerte Feuchtigkeit dem Weißen Mönch schon so kräftig zugesetzt, dass nur noch eine Komplettsanierung helfen konnte. Und dafür war weitere kompetente Hilfe erforderlich. Auch sie wurde unentgeltlich von zwei Dünnwalder IG-Mitgliedern geleistet: Von Dachdeckermeister Gerhard Leipertz und Malermeister Thorsten Rullkötter. Für die fachgerechte Restaurierung des Holzreliefs sorgte Familie Niedenhoff.

Die Sanierung vollzog sich in mehreren Etappen. Erst einmal wurde der schädliche Latexanstrich sorgfältig entfernt und die Verfugung der Steine vorsichtig herausgekratzt. Rund 20 der alten Römertuffziegel mussten entfernt und durch neue ersetzt werden, um den Kanteneindruck des Bildstocks wiederherzustellen. Anschließend wurde die Verfugung der Steine mit einer Trass-Kalkmischung vorgenommen. Damit zukünftig keine Feuchtigkeit mehr von oben in den Stein eindringen kann, entstand im Dachdeckerbetrieb von Gerhard Leipertz eine auf Maß gefertigte Bleibedachung, die den Kurvenverlauf des Bildstocks im oberen Teil aufnimmt und optisch unterstützt. „Der weiße Farbanstrich wurde mit einer speziellen Mineralfarbe ausgeführt“, so Malermeister Thorsten Rullkötter, „sie schützt den Stein, greift ihn aber nicht an und ist im Restaurierungsbereich ein absolutes Muss.“ Dank des bürgerschaftlichen Engagements erstrahlt der Weiße Mönch jetzt wieder in altem Glanz und soll in absehbarer Zeit offiziell eingeweiht werden.

Bildzeile

Die Sponsoren: Malermeister Thorsten Rullkötter, Dachdeckermeister Gerhard Leipertz, Sybille Schwieren und das Ehepaar Karin und Friedrich Niedenhoff (v.l.n.r.). Foto: ©
Roy


 

 

  aus Ortsgespräche 57 - April  2009

Sigibert von Ripuaria zu Gast bei SchwierenStein

Natürlich nicht im Original, sondern in Form einer in Tuffstein geschlagenen Skulptur, die früher mit 123 „Kollegen“ den Kölner Rathausturm zierte. Das Engagement der Kölner Bürgerschaft und des Handwerks ermöglichten es, den Rathausturm von 1988 bis 1995 wieder mit Figuren zu schmücken. 2005 mussten die steinernen Zeugen den Rathausturm verlassen, da sie durch eine Imprägnierung mit Acrylharz Risse bekommen hatten und zu einem Sicherheitsrisiko wurden. Seit Dezember letzten Jahres schmücken die neu angefertigten Kollegen von Oberbürgermeister Fritz Schramma wieder den Rathausturm.

Heute aus französischem Savonnière Kalkstein gehauen. Aus Gründen der Perspektive besitzen die Figuren unterschiedliche Höhen. Die in der unteren Reihe stehenden Skulpturen sind etwa 1,20 Meter hoch und die ganz oben am Turm befindlichen rund 1,20 Meter. So erscheinen sie dem vor dem Turm stehenden Betrachter annähernd gleich groß. Die Steinfigur des Königs Sigibert von Ripuaria, auch Sigibert von Köln genannt, stiftete die Kölner Steinmetz- und Steinbildhauer-Innung der Stadt. Ripuarier nannte sich ein Teil der großen fränkischen Stammesgruppe, die ab ca. 450 n. Chr. den Römern die Herrschaft über Germanien und Gallien entriss. Im Zuge der Landnahme besiedelten die Ripuarier auch das Rheinland. Sigibert beherrschte um 500 n. Chr. als einer von mehreren Kleinfürsten von Köln aus das Rheinland. Jetzt kann man die alte, von Steinmetzmeister Ernst Wyrobek geschlagene Skulptur bei SchwierenStein, Prämonstratenserstr. 53, live bewundern. Bald wird sie sicher an anderer Stelle in Köln wieder einen Ehrenplatz erhalten



 

Kraniche und Kunstvolles aus Papier

Die Kunst des Papierfaltens vermitteln zwei Japanerinnen erstmals in einem Origami-Kurs des SeniorenNetzwerkes Dünnwald. Die beiden Frauen, in Japan geboren und aufgewachsen, beherrschen die Origami-Kunst seit ihrer Kindheit und möchten im Kurs auch Aspekte japanischer Kultur weitergeben. Der Kurs startet findet am 20. April, 4. und 18. Mai, sowie 8. und 22. Juni. Die Kosten betragen pro Termin zwei Euro für das Material.

Es werden Dekorationen, kleine Geschenke, Verpackungen für Geldgeschenke und oder Papierspielzeuge hergestellt. Spielerisch werden Feinmotorik und Gehirnleistungen geschult.

Das Büro des Seniorennetzwerkes ist umgezogen und jetzt im Cafe Mittendrin zu Hause. Claudia Lautner ist in der Regel Di. und Fr. von 8.00 bis 12.00 persönlich erreichbar und mittwochs von 8.00 bis 10.00 Uhr.

Kontakt: SeniorenNetzwerk Dünnwald im „Café Mittendrin“, Berliner Straße 944, Telefon 0221-22 21 97 11, Mail: snw-duennwald@diakonie-koeln.de

 

  aus Ortsgespräche 49 - April  2006

Tango Nachmittag

Im Rahmen des Kölner Musik Salons spielte das Trio „Tango Café" in der Werkstatt von SchwierenStein. Statt der Hammerschläge, die den rohen Stein formen, erklangen die melancholischen Melodien des argentinischen Tangos, der auf viele Menschen eine tiefe und unerklärliche Faszination ausübt. Besonderen Anteil hat daran sicher auch das „Bandoneon", ein Musikinstrument, das dem bekannten Akkordeon ähnelt. Sybille Schwieren, die dieses Trio in ihre Werkstatt holte und dafür 1.500 Euro zur Unterstützung junger Künstler spendete, freute sich: „Musikliebhaber, Kunden und Freunde hatten einen besonderen Nachmittag und gingen begeistert mit."    

  aus Ortsgespräche 47 :  August 2005

Vernissage in der Waldschenke

Rund 40 Acryl- und Aquarellbilder stellt die Dünnwalder Malerin Renate Bruns seit dem 13. Februar in der Waldschenke aus. Während Bruns sich früher ausschließlich der Aquarellmalerei widmete, geht sie jetzt neue Wege: Sie entdeckte die Acrylmalerei als Dekorations- und Wandgestaltung. „Ich gestalte gerne Räume und mag den Wohntrend, der Wände prägnant darstellt und zu einem gestalteten Blickfang macht", erklärt sie selbstbewusst.

Den neuen künstlerischen Ansatz setzt sie, mit teils eigenwilligen Werkstoffen, plakativ und mit gestalterischen Elementen akzentuiert, in eine besondere Form der modernen Malerei um. Ihre Bilder hinterlassen daher auch eher einen collagenartigen Eindruck. Mit viel Engagement und sehr viel Herz widmet Bruns sich ihrem neuesten Projekt: Der Malschule. Kinder und Erwachsene unterweist sie in den unterschiedlichsten Maltechniken, dem Bildaufbau oder wie man Proportionen entwickelt. Die Ausstellung von Renate Bruns - in der Waldschenke, Am Kunstfeld 41, ist noch bis zum 30. April zu sehen.



 

aus Ortsgespräch45:  Dez. 2004

Pfarr-Cäcilien-Verein Kirchenchor St. Hermann Joseph

Behutsam modernisieren und öffnen

Als am 6. Oktober 1902 der Lehrer Hubert Havenith „den Gesang der Pfarrkirche zu Dünnwald" übernahm, beschloss man die Gründung eines Chorvereins unter dem Namen „Cäcilien-Verein-Dünnwald". Dem Verein traten sofort 17 Mitglieder bei und in der darauf folgenden Versammlung - das war am 24. Oktober 1902 - genehmigte man einstimmig die entworfenen Statuten und wählte als Vereinslokal den Versammlungsraum von Gastwirth Peter Berger, so die Historie. Blättert man in der Chronik zum 100-jährigen Bestehen des Pfarr-Cäcilien-Vereins, so fällt häufig die Spannweite zwischen intensiver Chorarbeit, Lob Gottes in der Messe, gemeinsamem Kommunionsgang und „Nacharbeit" in fröhlicher Runde auf. Am Anfang der Chronik heißt es: „Zum Frömmeln fehlte den erdverbundenen „Puffelskoochelück" jede Voraussetzung". So weit der Blick in die Vergangenheit.

Gegen Schnelllebigkeit und drohende Gleichgültigkeit.  Wie ein Staffellauf wurde der Chorgedanke mit allen Freuden und Empfindungen, die das Singen in der Gemeinschaft mit sich bringt, seit über hundert Jahren weitergetragen. Heute steht der Chor im Wettbewerb mit einem vielfältigen Freizeitangebot und muss nicht nur um den Nachwuchs kämpfen. „Bei aller Schnelllebigkeit der heutigen Zeit, verbunden mit drohender Gleichgültigkeit, wird der soziale Aspekt für unsere Chorgemeinschaft immer wichtiger", argumentieren Karl-Heinz Breedveld und Karl-Heinz Charles, die das Leitungsteam des Kirchenchores bilden. In fast allen Chören fehle der kontinuierliche Aufbau einer Altersstruktur. Und wenn sich nichts ändere, so argumentieren sie, verlöre man ganz den Anschluss - den Anschluss an die jüngere Generation.

Gestaltungsideen gesucht.  Mit seinen Chorgesängen versucht der Pfarr-Cäcilien-Verein  den Puls der Zeit zu treffen. Bei diesem Brückenschlag soll sich das traditionelle „Gestern" mit den Wünschen und dem Zeitgeist des „Heute" verbinden. Das kirchliche Liederrepertoire wurde ergänzt mit gregorianischem Choral- und Psalmgesang. Ebenso kamen weltliche und moderne Lieder hinzu, um durch ein breiteres Programm das Interesse zum Mitmachen zu wecken. Karl-Heinz Breedveld: „Wir wollen uns behutsam modernisieren und öffnen, das betrifft unser Repertoire ebenso, wie unser Auftreten in der Öffentlichkeit". Um die Zukunft des Chors zu meistern, ist jedoch nicht nur das Leitungsteam mit seinem Engagement gefragt. Jedes einzelne Chormitglied ist aufgefordert, sich aktiv an der Ausgestaltung der Zukunft zu beteiligen und sich bei der Suche nach neuen Gestaltungsideen einzubringen. 

Soziales Miteinander.  Neben Chorproben und Auftritten ist beispielsweise für März 2005 ein „Wochenende der Besinnung" im Kloster Arnstein geplant. Neben der Klosterbesichtigung steht die musikalische Gestaltung der Messfeier auf dem Programm, ebenso wie Diskussionen und Gespräche zu aktuellen Themen wie „unser Pfarr-Cäcilien-Verein, gestern - heute - morgen". Karl-Heinz Breedveld: „Auch das verstehen wir unter „sozialem Schwerpunkt", das Mit- und Füreinander von Jüngeren und Älteren".

Der aktive Teil des Chores umfasst heute rund 35 Personen. Neue Chormitglieder sind herzlich willkommen. Kontakt über das Leitungsteam des Kirchenchores, Karl-Heinz Breedveld, Telefon 60 67 14 oder Karl-Heinz Charles, Telefon 60 32 75. · mr


 


Weihnachtsgeflüster im Hornpott

Die IG Hornpott veranstaltete im letzten Jahr zum ersten Mal ein Weihnachtsgeflüster. Das Ziel war, sich von anderen Weihnachtsveranstaltungen zu differenzieren, sich auf weihnachtliche Traditionen zu besinnen und die Beschaulichkeit des Festes in den Mittelpunkt zu rücken. Das gelang den Anwohnern im Hornpott vorzüglich. Lichterketten  strahlten an den Häusern und verbreiteten eine weihnachtliche Stimmung. Ein ins Leben gerufener Krippenwettbewerb, an dem sich Jung und Alt beteiligte, rundete das weihnachtliche Ambiente ab. Allerdings gestaltete sich die Prämierung der Krippen etwas schwierig, denn eine war schöner als die andere. Im Biergarten der Waldschenke prasselten mehrere Lagerfeuer, an denen man sich wärmen konnte. Weihnachtsgedichte und Weihnachtsgeschichten wurden vorgetragen und Weihnachtslieder gesungen. Natürlich gab es Glühwein und Original Schweden Punsch, um sich von innen zu wärmen. Kuchen und leckere Erbsensuppe stillten den Hunger. Am Ende des Tages waren die Hornpotter Bürger und ihre Gäste fröhlich eingestimmt und voller Erwartung auf das kommende Weihnachtsfest.

Und dieses Jahr?   Sicher wird das Weihnachtsgeflüster wieder etwas besonderes bieten. Lassen Sie sich ganz einfach überraschen. Nur soviel: Dieses Jahr veranstalten die Hornpotter das Weihnachtsgeflüster zusammen mit dem Team der Waldschenke. Dort findet auch eine Krippenausstellung statt. Und es gibt einen Adventskranz-Wettbewerb.

Anmeldungen nimmt Wolfgang Prinz entgegen, Telefon 600 10 56 (Anmeldeschluss ist der 2.12.2004).

Das diesjährige Weihnachtsgeflüster findet am 2. Adventssonntag, ab 11.00 Uhr statt. · mr



Nur für uns: Aus-Zeit für Frauen

Die Aquarell-Künstlerin Renate Bruns veranstaltet für alle Dünnwalder Frauen, die einmal eine Aus-Zeit von Heim und Familie nehmen möchten, einen Adventnachmittag im Restaurant Waldschenke, Am Kunstfeld 41. Das Motto: Alles was uns bewegt! Dabei gemütlich vor prasselndem Kaminfeuer sitzen, duftenden Kaffee und leckeren Kuchen genießen und Weihnachtsgedichten und Weihnachtsgeschichten lauschen. Da auch in diesem Jahr wieder kräftig gesungen wird, sollten die Liederbücher des letzten Jahres nicht vergessen werden. Wer selbst etwas vortragen möchte, meldet sich rechtzeitig bei Renate Bruns. Für musikalische Abwechselung sorgen die Brüder Grunwald. Renate Bruns, Telefon/Telefax 60 65 80. · EB