Dünnwalder Sagen und Legenden

 

Die Kirmes

Die Kirmes wurde in Dünnwald bis zum Jahre 1314 am Tage des hl. Kunibert (12 Nov.) gefeiert, Das Kloster erwirkte die Verlegung auf den zweiten Sonntag nach Peter und Paul (29. Juni), kehrte später aber zum ursprünglichen Tage zurück. Gegenwärtig fällt die Kirmes auf den Sonntag nach dem Feste des hl. Matthäus.
Die Kirmes wurde früher in altertümlicher Weise begangen. Den Gelagszug der jungen Burschen eröffnete ein Roßschädel, der wie ein Banner dem Schwarme auf einer Stange voran getragen wurde. So zogen sie in die Kirche, tanzten auf dem Kirchhofe und ließen mittlerweile den Schädel am Tore halten. In diesem Zuge zeichnete sich ein Bursche, der Schimmelreiter, aus, der sich ein großes Steckenpferd angeschnallt hatte und die Bewegungen des Reiters geschickt nachahmte. Nach den Reiter folgte der Altvater, ein Bursche, der sich einen gewaltigen Bart von Flachs gemacht hatte und mit Haupthaar von demselben Stoffe prangte. Neben ihm schritt die Altmutter, eine zum Altvater passenden Frauengestalt. Von der Kirche ging der Zug durch das Dorf zum Festgelage.