Der weiße Mönch erstrahlt wieder
Wer aufmerksam durch die Landschaft wandert, findet sie in großer Zahl am Wegesrand oder auf dem Feld: Bildstöcke und Wegkreuze. Religiös motiviert waren es meist steinerne Danksagungen, andere sollten böse Ohmen bannen. Eines dieser Kleinode ist der Bildstock „Weißer Mönch“. Er steht auf dem Emberg, ein paar Meter abseits an der Prämonstratenserstraße in Richtung S-Bahn. „Der erste Weiße Mönch war der Legende nach Norbert von Xanten und so beschlossen der damalige Pastor August Brand und der Heimatdichter Franz Peter Kürten im Jahr 1952 von der Tradition abzuweichen und ein Relief des ersten Ordensmannes in die Nische des Bildstockes einzubringen. Heinrich Schnass spendete das vom Dellbrücker Holzbildhauer Junglas geschnitzte Relief“, erzählt Karin Niedenhoff. Ursprünglich stand an dieser Stelle ein Marienkapellchen, das der Hl. Norbert, zweiter Dünnwalder Dorfpatron und Gründer des Prämonstratenserordens, im 12. Jh. gestiftet hatte.
Da das alte Kleinod durch Wind und Wetter immer stärker vom Zerfall bedroht war, beschlossen die beiden Steinmetzmeister Jan und Martin Schwieren, Steinmetzbetrieb SchwierenStein, den Weißen Mönch vor dem Verfall zu retten. Dank der tatkräftigen Unterstützung des Stadtkonservators wurde ihnen die Patenschaft für den Bildstock übertragen. Allerdings hatte die eingelagerte Feuchtigkeit dem Weißen Mönch schon so kräftig zugesetzt, dass nur noch eine Komplettsanierung helfen konnte. Und dafür war weitere kompetente Hilfe erforderlich. Auch sie wurde unentgeltlich von zwei Dünnwalder IG-Mitgliedern geleistet: Von Dachdeckermeister Gerhard Leipertz und Malermeister Thorsten Rullkötter. Für die fachgerechte Restaurierung des Holzreliefs sorgte Familie Niedenhoff.
Die Sanierung vollzog sich in mehreren Etappen. Erst einmal wurde der schädliche Latexanstrich sorgfältig entfernt und die Verfugung der Steine vorsichtig herausgekratzt. Rund 20 der alten Römertuffziegel mussten entfernt und durch neue ersetzt werden, um den Kanteneindruck des Bildstocks wiederherzustellen. Anschließend wurde die Verfugung der Steine mit einer Trass-Kalkmischung vorgenommen. Damit zukünftig keine Feuchtigkeit mehr von oben in den Stein eindringen kann, entstand im Dachdeckerbetrieb von Gerhard Leipertz eine auf Maß gefertigte Bleibedachung, die den Kurvenverlauf des Bildstocks im oberen Teil aufnimmt und optisch unterstützt. „Der weiße Farbanstrich wurde mit einer speziellen Mineralfarbe ausgeführt“, so Malermeister Thorsten Rullkötter, „sie schützt den Stein, greift ihn aber nicht an und ist im Restaurierungsbereich ein absolutes Muss.“ Dank des bürgerschaftlichen Engagements erstrahlt der Weiße Mönch jetzt wieder in altem Glanz und soll in absehbarer Zeit offiziell eingeweiht werden.
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Die Sponsoren: Malermeister Thorsten Rullkötter, Dachdeckermeister Gerhard Leipertz, Sybille Schwieren und das Ehepaar Karin und Friedrich Niedenhoff (v.l.n.r.). Foto: © Roy
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