Gesundheit

aus Ortsgespräch 62:   November 2011

Osteoporose – wenn die Knochen bröckeln

In Deutschland sind ca. 6 Millionen Menschen an Osteoporose erkrankt, jede 3. Frau und jeder 5. Mann über 60 Jahren sind davon betroffen. Mehr als 130.000 Menschen erleiden als Folge der Osteoporose jährlich einen Oberschenkelhalsbruch oder andere Knochenbrüche.

Osteoporose – Was ist das?
Wörtlich übersetzt heißt Osteoporose ›löchriger Knochen‹ (griechisch osteón: Knochen, póros: Loch) und ist die medizinische Bezeichnung für Knochenschwund. Auch wenn es nicht den Anschein hat, Knochen sind eine ›ständige
Baustelle‹: Sie werden auf- und abgebaut. Bis etwa zum 35. Lebensjahr besteht ein Gleichgewicht zwischen diesen beiden Prozessen. Mit zunehmendem
Alter überwiegt jedoch der Knochenabbau. Der Knochen wird spröde,
verliert an Dichte und dadurch steigt die Knochenbruchgefahr.

Welche Faktoren erhöhen das Risiko an Osteoporose zu erkranken?
● familiäre Vorbelastung,
● Calcium- und/oder Vitamin-D-Mangel,
● zu wenig Bewegung,
● übermäßiger Zigaretten-, Kaffeeoder Alkoholkonsum,
●Einnahme bestimmter Medikamente z .B. Kortison, Antiepileptika.

Wie macht sich die Osteoporose bemerkbar?
Osteoporose ist eine schleichend verlaufende Krankheit, die lange Zeit keine Beschwerden verursacht. Erst nach Jahren können akute und vor allem chronische Rückenschmerzen auftreten, da die Wirbelsäule stark von der Osteoporose betroffen ist. Die Wirbelknochen werden instabil und können leicht in sich zusammenbrechen. Dadurch kann sich die Köperstatur verändern. Es kommt zu einer zunehmenden Verkrümmung des Oberkörpers (›Buckel‹) und die Körpergröße nimmt ab (mehr als 4 cm). Knochenbrüche treten vermehrt auf.

Womit können Sie einer Osteoporose vorbeugen?
●Mit gesunder ausgewogener
Ernährung unterstützen Sie den
Knochenaufbau und den
Knochenerhalt: Achten Sie auf eine
calciumreiche Ernährung (etwa1000
bis 1500 mg täglich) mit viel Joghurt,
Milch, Käse, Gemüse, Nüsse und
calciumreichen Mineralwasser.
●Mit körperlicher Aktivität: Bewegen
Sie sich regelmäßig, denn Knochen
verhalten sich ähnlich wie Muskeln,
sie müssen regelmäßig trainiert
werden, damit sie richtig funktionieren
können.
●Östrogene haben einen schützenden
Effekt auf das Knochenskelett.
Nach den Wechseljahren fehlt dieser
Schutz, eventuell ist eine Hormonersatztherapie
sinnvoll: Sprechen Sie
ihren Frauenarzt darauf an.
●Vermeiden Sie möglichst das Heben
schwerer Gegenstände – vor allem
in gebückter Haltung.
●Schalten Sie alle ›Stolperfallen‹ in
ihrer Wohnung aus, um das Risiko
von Knochenbrüchen zu verringern.
Gefahrenpunkte sind Teppichbrücken,
Schwellen, freiliegende
Kabel, Wannen und Duschbecken,
nicht ausreichend Beleuchtung.
Denken Sie an sicheres Schuhwerk.

Osteoporose muss so früh wie möglich erkannt und behandelt werden, um die Spätfolgen so gering wie möglich zu halten: Werden Sie selbst aktiv!
Brigitta Altgassen, Apothekerin