|
Gespenster am weißen Mönch I
Aus der Klosterzeit bis zum Brand der 600 Jahre alten Kapelle kommt der Glaube an einen Emberggeist, von dem folgendes erzählt wird:
Am Emerichs-Maar und Wäldchen trieb sich ein Gespenst herum, ein Heidengeist, der wie eine Nebelgestalt aussah. Er tat keinem Vorübergehenden etwas zuleide und ängstigte auch niemanden; jeder fühlte sich jedoch von ihm beobachtet. Nie ging er den Weg entlang, am Kapelleneingang vorbei; immer schlich der Geist um die Kapelle herum, wenn er jemanden ein Stück begleitete.
Wer nun ehrfürchtig Hut und Mütze an der Kapelle abzog, sich segnete oder gar einen kurzen Gebetsruf murmelte, den ließ der Geits laufen. Wer jedoch ohne dieses oder einen frommen Gedanken vorüberschritt, der hörte den Heidengeist auf sein Inneres einreden, dass alle Frömmigkeit ohne Zweck sei und ohne späteren Lohn bleibe.
Um unbehelligt zu bleiben, grüßten die Leute ehrfurchtsvoll “de Muttergoddes vom Emerich”.
Gespenster am weißen Mönch II
Vor etwa 120 Jahren brachte ein Bauer an einem Herbsttage die Schreckenskunde von einem wilden Gespenst auf dem Emberg ins Dorf. Vom Köttenfeld aus hatte er es gesehen, ein unbekanntes Tier, das fauchend über den Emberg bis zum weißen Mönch rannte. Junge Leute, die dem Gespensterglauben nicht mehr trauten, schulterten die Mistgabel und legten sich in die Sandkaule am Weg auf die Lauer.
Bald spießten die tapferen Burschen auch das Ungeheuer auf, einen vom Wind entwurzelten und gejagten Ginsterstrauch. Ihr Zug durch das Dorf und ihr Spott gaben dem Gespensterglauben einen argen Stoß.
|